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Turnierbericht Volkmarsen – von Christopher Jung

Wir haben hier noch einen Bericht aus Volkmarsen für euch! Nach den kurzen Berichten aus dem Team und den Top8-Listen, präsentieren wir euch hier nun den Sieger des Events: Chrstopher Jung! Er hat uns angeboten, uns einen Turnierbericht zu schreiben und da sagen wir natürlich nicht nein! Vielen lieben Dank an Christopher und viel Spaß euch beim Lesen!

Über das Turnier

Am 5. Januar 2019 haben sich satte 74 Spieler nach Volkmarsen begeben, um am ersten großen Event in Deutschland (oder vielleicht weltweit) in diesem Jahr anzutreten. Schon letztes Jahr war das Turnier gut besucht worden, doch in diesem Jahr wurde das zunächst angesetzte Limit von 64 Teilnehmern zugunsten der Spieler auf 80 erweitert, da diese Plätze schneller als erwartet vergeben waren. Das haben wir sicher nicht zuletzt unserem allseits geschätzten Tim Schilder zu verdanken, der die unglaublich schöne Promokarte „Lasswell 7-027H“, die es nur beim Wintercup 2018 geben sollte, aus England mitgebracht hatte und als Teilnehmerpromo rausgegeben wurde – ein riesengroßes Dankeschön an dieser Stelle!

 

Volkmarsen hatte in diesem Jahr aber noch viel mehr zu bieten. Bereits die Vorrunden wurden als Best of 3 gespielt – bei 74 Teilnehmern wurden 7 Vorrunden Matches ausgetragen. Dazu kamen noch 3 Matches von den Top 8 gespielt. Insgesamt also 10 Matches an nur einem und dem selben Tag, was man schon ein echtes Experiment nennen darf. An dieser Stelle möchte ich erst einmal positive Rückmeldung geben, denn ich finde es deutlich angenehmer Bo3 zu spielen – dadurch fallen Glück und Pech nicht so stark ins Gewicht und können ausgeglichen werden. Ein weiterer Grund, warum ich zu diesem positiven Eindruck komme, ist, dass das Turnier hervorragend organisiert und durchgeführt wurde. Bei 10 Matches + Auswertungen und Ansagen + Pausen + zwischenzeitliche Verzögerungen, hätte ich gedacht nicht vor 3 Uhr fertig zu sein. Doch tatsächlich sind wir um 0:30 bereits fertig gewesen. Zunächst wurde die Matchzeit auf 70 Minuten limitiert, was bereits viel Zeit sparte – einige Matches wurden dadurch zeitlich extrem knapp durchzuführen, aber insgesamt waren 70 Minuten völlig in Ordnung. Die Paarungen der jeweiligen Runden wurden über Beamer für alle sichtbar gemacht, was die Spieler schneller zu ihren Plätzen führte (auch wenn leider aus technischen Problemen doch auf Papier zurückgegriffen werden musste), die Bestellungen für Essen in den 2 geplanten Pausen wurden rechtzeitig aufgenommen und es gab keine Schwierigkeiten und zu guter Letzt wurde der Top-Cut zügig durchgeführt. Das Turnier hat damit zwar immer noch knapp 14 Stunden gedauert, aber bei einer solch großen Anzahl an Matches, inklusive Pausen etc. ist das eine beachtliche Leistung! Man muss hier nun mehr als nur ein Lob für das ganze Team aussprechen, was sich um den Turnierablauf gekümmert hat – vielen Dank an alle Verantwortlichen!

 

Ebenfalls aufregend war es natürlich viele alte Hasen wiederzusehen – mit Ausnahme des deutschen Meisters, waren beispielsweise alle deutschen Teilnehmer der Europameisterschaft 2018 anwesend, aber auch neue Gesichter konnte man willkommen heißen. 

Zu guter Letzt war der „Komfort“ auch besser als im letzten Jahr – keine Bierbänke mehr, sondern vernünftige Stühle, was angesichts der vielen Spiele, die einem bevorstanden, sehr angenehm war. Insgesamt kann man also von einem tollen Event sprechen, dass künftig wohl schon traditionell  als Jahresauftakt von der Community besucht werden wird.

Meine Matches in den Vorrunden

Nachdem ich es leider knapp verpasste, an der Weltmeisterschaft 2018 teilnehmen zu können, verfolgte ich natürlich den Stream und war begeistert von den wirklich hervorragenden spielerischen und strategischen Leistungen von unserem Weltmeister Alex Hancox und unserem Vize-Weltmeisters Jamie Faulkner. Ich habe seitdem viel mit Erde/Wind experimentiert und meine Version wurde vor allem von deren beiden auf der Weltmeisterschaft gespielten Versionen inspiriert (weswegen ich mich auch für diesen auffälligen Decknamen entschieden habe: „Call me Jamie Hancox"). Neben Dadarma nutze ich vor allem Zidane und versuche meinem Gegner die Stürmer herauszulocken, bevor ich sie entweder durch die Ergänzung von Chaos oder Karfunkel vernichte oder spätestens durch Dadarma, wenn 2-3 Kaktoren bereitliegen. Ich möchte nun die Gelegenheit nutzen, einen kurzen Umriss von meinen Matches zu machen, um vor allem einen Eindruck von den gespielten Decks zu geben.

 

MATCH 1: Lukas Paasch (Wasser/Wind)

Lukas ist Mitglied in unserem Team „True North Garden“ (von dem ihr geplanterweise in nächster Zeit Content auf YouTube erwarten könnt) und wir sind zusammen mit den anderen angereist. Wir kannten also das Deck des anderen und dessen Spielfertigkeiten. Für Lukas war es das erste große Turnier, dass er spielte und performte zunächst im ersten Spiel sehr gut. Es war lange ausgeglichen bis vorteilhaft für Lukas, doch legte er sein Augenmerk im Midgame zu sehr darauf, mein Deck millen zu wollen und spielte relativ passiv. Das endete fatal, denn als ich erst einmal die Kaktoren und Dadarma hatte, die eine ganze Weile auf sich haben warten lassen, war er klar im Nachteil und ich gewann schließlich das erste Spiel. Im zweiten Spiel hatte ich einen schnellen Aufbau, der Lukas es schwer machte, im Spiel Fuß zu fassen, und ich gewann schließlich mit 2:0 das erste Match.

 

MATCH 2: Raphael Klein (Mono Feuer)

Anders, als viele es von Raphael gewohnt sein mögen, spielte er nicht Mono Erde, sondern eine Mono Feuer-Version, die sich die aggressiven Vorzüge der neuen Krieger des Lichts Karten aus Opus 7, sowie dem Licht-Wol und Gadot zunutze macht. Ich habe ein ähnliches Deck getestet und mehrfach festgestellt, dass Mono Feuer durch Karten wie Aigis, Sol, dem Starterdeck WoL, Lann und Meeth scheinbar endlich ein Comeback feiern kann. Im ersten Spiel erkämpfte sich Raphael mit einem sehr aggressiven Opening nach einer knappen halben Stunde einen Sieg. Ich konnte die frühen fünf Schadenspunkte letztlich nicht mehr ausgleichen. Doch in den nächsten beiden Spielen holte ich schnell auf, sicherte mir die Shantotto auf der Hand, um einem aggressiven Spielstil entgegenzuwirken und gewann schließlich mit 2:1 das zweite Match.

 

MATCH 3: Markus Christ (Wasser/Wind)

Markus war ebenfalls auf der Europameisterschaft 2018 und ich wusste: das wird schwer! Nachdem ich feststellte, dass er Wasser/Wind spielt, wurde die Sache umso ernster – Wind/Erde und Wasser/Wind sind derzeit, meiner Meinung nach, absolute Topfavoriten, die beide von ihrem Zugang zu extrem vielen herausragenden Karten, wie Diabolos, Y´shtola, Zidane profitieren und beide eine starke Kombination bieten (Dadarma-Kaktor-Sternensibylle-Semih etc. oder eben Valfaris-Chelinka-Yuri-Alhanalem etc.), die sich konstant umsetzen lässt. Wie erwartet, waren die Spiele alle sehr knapp und ich schaffte es nur mit viel Mühe und vollständigem Ausreizen der Zeit ein 2:1 gegen Markus.

MATCH 4: Viet Duc Pham (Wasser/Eis)

Ach ja... da waren wir mal wieder. Mittlerweile kann man schon von einem echten Derby sprechen, wenn wir aufeinandertreffen – zwei Freunde, die miteinander trainieren und sich vorbereiten und sich schließlich im Turnier gegenüberstehen. Auch dieses Match war wirklich knapp und Duc zeigte eine, wie ich finde, überragende Version von Wasser/Eis mit Zodiark. Anders als im noch Opus 6 verbreiteten Wasser/Eis-Deck, dessen Hauptaugenmerk auf den Einsatz von Nidhogg gerichtet war und diesen zu flickern, errichtet Duc in seiner Version durch unzählige Valueplays eine Armee an Stürmern, die mit einem geschickten Einsatz von Zodiark eben mal 6 Schadenspunkte anrichtet. Sowohl überrascht als auch begeistert von diesem Deck, kam es nun darauf an, schnell die Kaktoren heranzukriegen und Dadarma durch Y´shtola zu sichern vor einem erneuten Zodiark Einsatz. Derweil konnte ich mit Zidane Zeit schinden und erkämpfte mir auch hier ein 2:1. 

 

MATCH 5: Sebastian Müller (WoL – Licht/Wasser/Erde/Wind)

Ein weiteres Mitglied unseres Teams „True North Garden“. Am Vortag nach unserer Anreise haben wir bereits ein paar Probespiele gemacht – diese habe ich allerdings ausnahmslos gewonnen, auch wenn sie hart erkämpft und fast eine halbe Stunde pro Spiel andauerten. Im ähnlichen Stile verliefen die Spiele am Turniertag, allerdings dieses mal, genau anders herum: Sebastian gewann 2:0. Ich möchte gar nicht auf Details eingehen, da das aufgrund dieses außergewöhnlichen Decks sehr lange dauern würde. Ich möchte euch empfehlen, einen Blick auf dieses Deck zu werfen und kann euch versprechen, dass wir ein Feature-Match durchführen werden, wenn wir unseren YouTube Kanal erstellt haben.

 

MATCH 6: Maik Bünz (Wasser/Wind)

Und noch ein weiteres Teammitglied. Mit Maik habe ich definitiv die meisten Spiele hinter mir und natürlich wussten wir bestens über die Decks des anderen Bescheid. Maik spielt schon länger Wasser/Wind und zeigt sich dabei sehr erfahren. Da es nun aber schon das dritte Wasser/Wind Match ist, spare ich mir die erneute Ausführung. Als mein 15. Spiel an diesem Tag verlor ich leider Konzentration und vergaß seinen Min´U in den Backups, der meine Dadarma-Kaktor Kombo zunichte machte. Nach diesem herben Spielfehler, was mich das erste Spiel kostete, war ich dann wohl wieder ganz wach und schaffte es relativ schnell, meinen Verlust auszugleichen und schließlich auch das Match mit 2:1 zu gewinnen.  

 

MATCH 7: Nino Freihals (Mono Wasser Fusoya)

Ich habe mich schon gefragt, ob keiner mehr das schöne Mono Wasser Fusoya spielt. Da war es und wie immer ein riesiges Feuerwerk. Es waren drei sehr sehr lang andauernde Spiele, die leider wegen Timeout mit einem Draw entschieden wurden. Wir haben uns ständig gegenseitig das Board zerschossen und es war unglaublich spannend. Ich hätte es gerne zu Ende gespielt. Soweit ich es mitgekriegt habe, hat sich an diesem Deckbuild nicht viel verändert, außer Halikarnassos, der die größte Schwäche für Fusoya, und zwar Jihl und Aerith, aber auch Zidane und Dadarma, problemlos beseitigt. Bei diesem Spiel habe ich eine Vanille noch mehr vermisst, als in dem Mono Feuer-Match. So endete es oft für uns beide, dass wir gar nicht zum Angreifen kamen – 1:1.

Top-8 Matches

Top 8 war bereits ein Erfolg, aber es sollte noch deutlich besser kommen. Mein Viertelfinale gewann ich reibungslos gegen den Niederländer, Kayin Wurpel, der Mono Feuer spielte – das hatte ich nun am Vormittag schon durch das Thema. Dann das Halbfinale gegen Marko Schneider, der wie Duc Wasser/Eis spielte, allerdings deutlich aggressiver eröffnete, was gegen Wind/Erde schnell nach hinten losging – während das erste Spiel noch sehr knapp war, da er mich früh auf 6 Schaden gebracht hatte, habe ich das zweite Spiel relativ sicher für mich entscheiden können und zog schließlich ins Finale ein gegen, wer hätte es gedacht, Viet Duc Pham. Da waren wir also wieder! Es sollte ein schon fast episches Match werden, was wieder knapp war und schöne Spielzüge zeigte. Bevor wir das Finale ausgetragen haben, haben wir vereinbart, das Full-Foil-Set Opus 7 einfach aufzuteilen – so haben wir das Finale mit weniger Druck spielen können und uns voll und ganz auf das Spiel konzentriert. Am Ende habe ich mit 2:1 gegen Duc gewonnen und wir freuten uns gegenseitig für den anderen, dass wir beide mit Preise-vollgepackten Händen dastanden und ein erfolgreichen Start in die Saison 2019 feiern konnten. Die letzten Events immer oben mitmischend, war es für mich nun endlich das erste große Event, bei dem ich den 1. Platz erzielen konnte, was ein besonderes Highlight für mich war.

Abschließend bedanke ich mich für die Glückwünsche von vielen Seiten, einige schöne Gespräche und vor allem an das nochmals zu betonende hervorragend organisierte Team. Ich denke, wir können uns alle sehr glücklich schätzen, eine solche angenehme Community zu haben. Hervorzuheben ist natürlich unser lieber Tim Schilder und seine treue Begleiterin Michelle Böhm, die alles mögliche für uns tun. Habt vielen Dank und ich hoffe, wir sehen uns beim Crystal Cup im März wieder!

 

 

Und vergesst nicht: DER NORDEN LEBT!